Scrum ist eine Methodik (und/oder ein Framework) des agilen Projekt- und Produktmanagements. Grundlage ist das Agile Manifesto. Die Ursprünge der hierzu liegen in der Softwareentwicklung. Dort wurde die Methodik entwickelt, um sehr schnell Lösungen für (potentielle) Probleme zu finden. Bei sich immer schneller ändernden Rahmenbedingungen und Anforderungen an Software hilft dieser Ansatz sehr. Dies wurde dann adaptiert als Organisationsform in Unternehmen. Der Grund ist VUCA (VUCA: volatility, uncertainty, complexity  ambiguity). In einer immer dynamischeren, globalisierten, digitalen Welt sind lange Planungshorizonte für Produkte, Lösungen, Services und Geschäftsmodelle quasi nicht mehr möglich. Deshalb müssen sich zwangsläufig die Unternehmen daran anpassen und eine dynamische Unternehmensorganisation implementieren, um agil zu werden. Dies resultiert auch in der New Work Bewegung, die vor allem auf agilen Prinzipien basiert.

Einer der Merkmale ist, dass es einfach ist und recht wenig Regeln gibt. Im Grunde genommen beschreiben diese vier Ereignisse (Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Retrospective), drei Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Product Increment) und drei Rollen (Scrum Master, Product Owner, Team), die den Kern (englisch core) ausmachen. Diese Regeln sind im Scrum Guide beschrieben, es gibt eine weitere Kurzdarstellung im Agile Atlas. Das Framework wird durch Techniken für die Umsetzung der Ereignisse, Artefakte und Rollen konkretisiert.

Grundsätzlich gibt es 3 Rollen: Scrum Master, Product Owner und das Team. Der Master soll die Einhaltung der Regeln (im Guide) sicherstellen. Der Product Owner ist für das Definieren des songenannten Product Backlogs (also den „Anforderungskatalog“, der nach und nach abgearbeitet wird) verantwortlich. Das Team ist für die Implementierung des Product Backlogs verantwortlich.

In sogenannten Sprints, die oft eine fest definierte Länge von 3 Wochen haben, werden vordefinierte Arbeitspakete (das Sprint Backlog, dass im Sprint Planning Meeting erstellt wurde) abgearbeitet. Dazu werden die DoR (Definition of Ready) und die DoD (Definition of Done) definiert, um die Arbeitspakete messbar abzuschließen. In einem Sprint Review werden dann die implementierten Elemente vom Team dem Product Owner gezeigt. Das Product Increment ist die Summe aller Product Backlog Einträge, die während des aktuellen und allen vorangegangenen Sprints fertiggestellt wurden. Im Vorfeld eines Review kann auch Grooming erfolgen, um frühzeitig das Produkt justieren zu können.

Hilfreich bei der Erstellung von Product Backlogs sind sogenannte Epics und User Stories. User Stories sind kleingranularere Anforderungen an das Produkt in Prosaform. Epics sind letztendlich dazu da User Stories zu clustern.

In der Retrospective Meeting nach einem Sprint kann dann analysiert und besprochen werden, was gut lief und was verbessert werden sollte.

Wie oben erwähnt sind im Elemente des Frameworks Ereignisse mit täglichen Meetings (aka „Daily“). Dort werden die zentralen 3 Fragen beantwortet:

  • Was habe ich seit dem letzten Daily getan?
  • Was plane ich, bis zum nächsten Daily zu tun?
  • Was hat mich bei der Arbeit behindert (Impediments)?

Manche führen auch ein wöchentliches Meeting ein (aka „Weekly“ – meist am Donnerstag gegen späten Vormittag), um mehr Koordination und Kommunikation zu erhöhen.

Die Methodik kann über mehrere Level gestaffelt werden. Das nennt sich dann „Scrum of Scrum“, aka S2, oder „Scrum of Scrum of Scrum“, aka S3, etc. .

In großen Organisation hat sich das SAFe Framework etabliert: „Scaled Agile Frameworks“ (scrum-academy.de: Was ist eigentlich SAFe?).

Vorlage für viele Organisationen ist die Umsetzung der Firma Spotify. Diese nutzen als Organisationsrollen auch sogenannte Squads and Tribes.

Siehe dazu unter Videos für Chief Digital Officer (CDO): Scrum

Warum ist das interessant für Chief Digital Officer (CDO)?
Scrum ist eine Form des agilen Business. Mittlerweile sind sich viele einig, dass Digitalisierung in Unternehmen nur agil funktioniert. Das sehen auch viele New Work Anhänger so. Aus diesem Grund ist Scrum für Chief Digital Officer (CDO) wichtig zu kennen. Unterschiedlichste Startups haben zudem besondere Formen entwickelt (z.B. Spotify). Beziehungsweise für Corporates gibt es auch spezielle Adaptionen des Scrum Models (z.B. SAFe), damit recht schnell und strukturiert agil gearbeitet werden kann. Denn oftmals gibt es in althergebrachten Strukturen große Wiederstände. Eventuell können diese Ansätze helfen, verkrustete Strukturen aufzubrechen und die Firma in ein agiles Startup zu verwandeln. Dadurch können große Kräfte freigesetzt werden. Dies sollte allerdings mit einem vernünftigen Change Management einhergehen. Denn ansonsten ist die Gefahr groß, das aus agile ein Chaos wird.

Siehe auch (Glossar Scrum):

Weblinks:

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Jan

Mein Name ist Jan Puder (LinkedIn Profil Jan Puder). Ich bin Gründer und CEO der BusinessTech-Company. Ich und die BusinessTech-Company wollen die digitale Frontier pushen. Das ist der Grund, warum ich diese Website gestartet habe. Ich will Informationen über das Digitale Business bereitstellen, vor allem für Chief Digital Officer.
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