In den Städten der Zukunft werden Schätzungen zufolge bereits im Jahr 2050 circa 68% der Weltbevölkerung leben, was gerade im Hinblick auf den Transport von Gütern und Personen neue Fragen aufwirft und komplexe Lösungen fordert.

Potentielle Umsetzungsmöglichkeiten

Vor diesem Hintergrund erscheint wieder das Thema der UAVs (Unmanned Aerial Vehicle), auch Drohnen, auf der Bildfläche, welche für einige dieser aufkommenden Herausforderungen durchaus eine mögliche Option darstellen könnten.

Diese wären beispielsweise im Zuge der Beförderung von Personen und Gütern als Transportboten geeignet und könnten somit den Bodenverkehr unterstützen und entlasten. Des weiteren könnten die fliegenden Fahrzeuge gleichzeitig die Qualität der Luft überwachen und ebenso Bodeneinsätze wie z.B. einen Rettungseinsatz der Feuerwehr von der Luft aus koordinieren. Darüber hinaus könnte man UAVs ebenfalls nutzen um die entsprechende Infratsruktur für die Kommunikation und den Datenaustausch bereitszustellen, was hinsichtlich der zukünfligen Gigabit-Gesellschaft sowie auch angesichts der voranschreitenden Digitalisierung im Industrie- bis hin zum Medizinbereich (4.0) / Medizin 4.0 von Vorteil wäre.

Herausforderungen

Um solche Systeme tatsächlich zu realisieren, ist jedoch die Beantwortung weiterer Fragen von Bedeutung. Neben der Tatsache, dass entsprechende Systeme eine Hochverfügbarkeit und Zuverlässigkeit sicherstellen müssen, geht es auch um die Steuerung der Flugroboter selbst. Die fliegenden Bots müssten unabhängig, eigenständig und auch proaktiv handeln können, was mithilfe von entsprechenden autonomen Agenten und Multiagentensystemen umsetzbar wäre. Für das weiterhin bestehende Absturzrisiko und den enormen Energieverbrauch müssen noch Lösungen gefunden werden.

Was die in Zukunft angestrebten und in den Drohnen integrierten autonomen Agenten und Multiagentensysteme von den bisherigen Agent-Systemen unterscheidet, ist jedoch die Tatsache, dass die zukünftigen Bots in erster Linie mit Menschen in Kontakt treten und von diesen als realistischer Kommunikationspartner wahrgenommen werden sollen. Der Austausch mit bisher bestehenden Systemen ist eher unmenschlich und holprig, da die Agenten über kein Selbstbewusstsein und keine Identität verfügen. Zudem berücksichtigt die Kommunikationsweise keinerlei soziale und zwischenmenschliche Aspeke. Und ob die Umsetzung menschenähnlicher Merkmale, wie beispielsweise eine eigenen Meinung oder eine fundierte Entscheidungsfindung, durch Computercodes realisierbar wäre, ist und bleibt fraglich.

Lösungsansatz mithilfe des World Wide Web

Was dagegen schon eher in Betracht gezogen werden könnte, ist die Verknüpfung von Multiagentsystemen und dem World Wide Web. Im Rahmen der IoT-Entwicklungen sind durchaus bereits Geräte verfügbar, welche ihre physische Umgebung wahrnehmen und auf diese reagieren können. Folglich liegen die weiteren Forschritte „lediglich“ in der Vernetzung der beiden Forschungsgebiete von Multiagentsystemen (MAS) und der Webtechnologie um hier weitere Erkenntnisse zu technischen Umsetzungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Das Vorhaben besteht momentan darin, die Umgebungsdimensionen bestehender Webarchitekturen in die der Multiagentsysteme zu integireren. So sollen soziotechnische Systeme aus Menschen und atonomen Agenten in einer Hypermediaumgebung realisiert und über das World Wide Web zugänglich gemacht werden. Der Vorteil – alle dafür benötigten Bausteine stehen bereits zur Verfügung.

Wie sich das bisher erfasste nun konkret weiterhin umsetzen lässt und was wir in der Zukunft zu erwarten haben, kann noch nicht vorhergesagt werden. Sicher ist jedoch, dass das World Wide Web sowie auch der Einsatz autonomer Agenten und Multiagentensystemen in diesem Zusammenhang mit Sicherheit eine bedeutende Rolle einnehmen wird.

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